Einrichtung der Landeszahnärztekammer (LZK) Baden-Württemberg, Körperschaft des öffentlichen Rechts

Wie wir eine Parodontitis in den Griff bekommen

Eine Parodontitis kann gut und erfolgreich behandelt werden, wenn eine rechtzeitige Diagnose erfolgt. Ein frühzeitiger Zahnarztbesuch kann die Erkrankung stoppen! Wir haben für die Diagnose einen klaren Ablaufplan, der sich aus verschiedenen Stufen zusammensetzt. Dazu gehören unter anderem eine umfassende Erstkontrolle, das Ausmessen der Zahnfleisch-Taschen oder die Bestimmung des Blutungs-Index. Nachdem ein ausgiebiger Befund erstellt wurde, erfolgen Auswertung und Therapieplanes. Unsere Dentalhygiene-Profis gehen mit jedem Patienten den individuellen Weg zu einer guten Mundgesundheit!

Früherkennung senkt das Parodontitis-Risiko

Zum parodontalen Risikomanagement gehören die Früherkennung und das Monitoring. Bei einer Erstbefundung werden unter anderem der Blutungsindex der Zahnfleischs sowie der Grad des Zahnfleischrückganges und der Zahnlockerung bestimmt. Daraus können wir das Stadium der Parodontitis erkennen. Zudem gehört zur Parodontal-Befundung (PAR) auch die sogenannte 6-Punkt-Messung. Mit einem speziellen Instrument wird das Zahnfleisch um jeden einzelnen Zahn herum an sechs verschiedenen Punkten untersucht. Bestimmt werden bei dieser Messung zum Beispiel:

  • die Tiefe der Zahnfleischtaschen,
  • der Grad der Rezession (Rückgang des Zahnfleisches),
  • die Blutung des Zahnfleisches,
  • die Furkation (Rückgang des Knochens und freiliegende Wurzelbereiche),
  • der Menge und Qualität bakterieller Beläge.

 

Die konventionelle Parodontitis-Therapie

Bei der Initialtherapie – erste Behandlungsphase – werden die äußeren Ursachen der Erkrankung beseitigt (nicht-chirurgisch). Ein Aufschneiden des Zahnfleisches ist nicht notwendig! Unsere speziell ausgebildeten Dentalhygienikerinnen entfernen gründlich den Zahnstein und Plaque von Zähnen sowie den zugänglichen Zahnwurzel-Bereichen.

Insbesondere die Zahnfleischtaschen werden gereinigt; dies kann unter örtliche Betäubung statt finden. Spezielle, sehr feine Handinstrumente und moderne Ultraschallgeräte sind wichtige Helfer bei dieser Behandlung. Unterstützend können die Anwendung eines Lasers oder lokal aufgebrachte Antibiotika sinnvoll sein.

Zudem instruieren wir die Patienten individuell zu den Mundhygiene-Maßnahmen und klären über Risikofaktoren (zum Beispiel Rauchen) auf. Die Mundhygiene ist einer der wichtigsten Behandlungsfaktoren. Wird die tägliche Mundhygiene nicht gewissenhaft vorgenommen, ist jede Behandlung zum Scheitern verurteilt.

Laserlicht gegen die Bakterien

Eine innovative Behandlungsmaßnahme ist die sogenannte Antimikrobielle Photodynamische Therapie mit einem Softlaser.

Mit sanftem Laserlicht werden entzündungsverursachende Bakterien bekämpft und damit der Erfolg der Behandlung unterstützt. Nach der professionellen Reinigung der Zahnfleisch- und Knochentaschen wird ein Photosensitizer appliziert. Dieser Farbstoff reagiert auf das Laserlicht einer bestimmten Wellenlänge. Die Farbstoffmoleküle heften sich an die Bakterienmembran, sodass die Bakterien angefärbt werden. Jetzt erfolgt die Belichtung mit dem sanften Therapielaser.

Durch das Laserlicht kommt es zur Bildung von aktivem Sauerstoff, der die Bakterienmembran schädigt und die Bakterien zerstört.