Einrichtung der Landeszahnärztekammer (LZK) Baden-Württemberg, Körperschaft des öffentlichen Rechts

Pflegebedürftig und gesunde Zähne: Tipps für Angehörige und Pflegepersonal

Gepostet am 28. Mai 2018

Wenn ein enger Verwandter plötzlich pflegebedürftig wird, leidet oft die Zahngesundheit. Für die Angehörigen ist die Situation sowohl emotional als auch organisatorisch eine große Herausforderung. Doch darauf können Sie sich vorbereiten! Ihre Zahnärzte aus Stuttgart geben wichtige Tipps zur Zahnreinigung bei Menschen mit Pflegebedarf.

Viele Senioren können sich nicht mehr die Zähne putzen

Laut Bundeszahnärztekammer können sich 30 Prozent der pflegebedürftigen Senioren nicht mehr selbstständig die Zähne putzen oder die Prothese reinigen. Das kann dramatische Folgen für die Gesundheit der älteren Menschen haben.

  • Mangelernährung
  • Infektanfälligkeit
  • Erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Wurzelkaries
  • Zahnverlust
  • Mundtrockenheit
  • Verschlimmerung des Diabetes

Angehörige sind mit der Betreuung und der Pflege der Verwandten oft überfordert. Ihnen fehlen die Kenntnisse und manchmal einfach die Kraft, um bei der Zahnpflege beharrlich zu bleiben. Viele körperlich stark eingeschränkte Menschen mit Pflegebedarf sind daher zahnmedizinisch unterversorgt und benötigen dringend Hilfe.

Hilfe kommt aus der Zahnarztpraxis

In der Zahnarztpraxis bekommen Angehörige Tipps zur Zahnpflege von Pflegebedürftigen. Oft genügen schon kleine Hilfestellungen, um das tägliche Reinigen von Zähnen und Prothese zu erleichtern.

  1. Zahnbürste mit großem Griff oder einer oszillierenden, rotierenden Zahnbürste
    Wenn die Motorik eingeschränkt ist, kann schon das Halten der Zahnbürste eine Herausforderung sein. Oft hilft hier eine spezielle Seniorenzahnbürste mit einem großen Griff oder eine elektrische Zahnbürste (oszillierend, rotierend). Alternativ kann man auch mit Hilfsmitteln das Halten erleichtern, hier eignen sich zum Beispiel bestimmte Isolierungen für Rohrverkleidungen.
  2. Zahnzwischenräume reinigen
    Um Plaquebildung (Beläge), Mundgeruch, Karies und Co. zu verhindern, sollten die Zwischenräume täglich gereinigt werden. Hierzu eignen sich spezielle Hilfsmittel wie Zahnzwischenraumbürsten oder Zahnseide.
  3. Zahnfleischentzündung behandeln lassen
    Ist das Zahnfleisch bereits entzündet, braucht es unbedingt professionelle Hilfe. Ansonsten droht eine Parodontitis mit schweren Folgen für die Gesundheit des Pflegebedürftigen.
  4. Mundspülungen
    Sinnvoll sind Spülungen mit Fluoriden. Hier ist ein zusätzlicher Schutz vor Karies inbegriffen und eine Plaquekontrolle möglich.
  5. Mundtrockenheit
    Besonders bei Senioren ist Mundtrockenheit ein großes Problem. Zu wenig Speichelfluss kann auf Dauer den Zähnen schaden, denn er übernimmt eine wichtige Schutzfunktion für die Zähne und unterstützt sie bei der Remineralisation. Spezielle Produkte können dabei helfen, den Speichelfluss wieder anzuregen.
  6. Regelmäßige Kontrollen und Professionelle Zahnreinigung
    Der Zahnarzt sollte zweimal im Jahr die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch kontrollieren. Der Kontrolltermin kann auch zur professionellen Reinigung durch eine Dentalhygienikerin genutzt werden. Die Profis in der Praxis geben außerdem Tipps zur speziellen Reinigung von Prothesen und Zahnersatz.

Weitere Hinweise zur Mundpflege bei Menschen mit Pflegebedarf finden Sie im Handbuch der Mundhygiene, veröffentlicht von der Bundeszahnärztekammer.

Sie müssen die Pflege Ihres Angehörigen nicht alleine bewältigen. Holen Sie sich Hilfe von Experten aus unserer Zahnarztpraxis. Gemeinsam finden wir eine Lösung!

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