Einrichtung der Landeszahnärztekammer (LZK) Baden-Württemberg, Körperschaft des öffentlichen Rechts

Stimmt das wirklich? 5 Zahnmythen und was dahintersteckt

Gepostet am 23. September 2016

Es gibt viele Mythen rund um die Zahn- und Mundgesundheit, die sich schon seit vielen Jahrzehnten halten. Sie machen es uns als Zahnärzte nicht leichter, ein Bewusstsein für eine gewissenhafte Zahnpflege zu schaffen. Denn manche von ihnen sind nicht nur amüsant, sondern mitunter gefährden sie auch Ihre Gesundheit. Ihre Zahnarztpraxis Stuttgart nutzt den „Tag der Zahngesundheit“ am 25. September deshalb, um einige Mythen mit medizinischen Fakten zu widerlegen.

Mythos: Sofort nach dem Essen die Zähne putzen

Das ist im Prinzip nicht verkehrt, aber eben auch nicht zu 100 Prozent richtig. Es hängt vor allem davon ab, was man gegessen und vor allem getrunken hat. Besonders nach sauren Speisen oder Getränken sollte man mit dem Putzen lieber etwas warten. Solche säurehaltigen Lebensmittel entziehen dem Zahnschmelz nämlich Mineralien wie Kalzium und Phosphat. Die Schutzschicht rund um den Zahn ist dann geschwächt. Wer sich jetzt die Zähne putzt, der schrubbt den Zahnschmelz gleich mit weg. Deswegen nicht nach dem Glas Zitronen-Limo gleich zur Zahnbürste greifen, sondern etwa eine halbe bis eine Stunde warten. Dann hat sich genug Speichel gebildet, um die Säure zu neutralisieren.

Mythos: Jedes Kind kostet einen Zahn

Werdende Mütter können aufatmen, denn dieser Mythos stimmt so nicht. Es gibt keine Relation zwischen der Anzahl der Kinder und verlorenen Zähnen. Sehr wohl ist es aber so, dass eine gute Zahn- und Mundhygiene in der Schwangerschaft besonders wichtig ist. Durch die Hormonumstellung wird das Zahnfleisch stärker durchblutet und ist hin und wieder angeschwollen. Das sind gute Bedingungen für Bakterien, um sich zu vermehren. Das kann zu Entzündungen des Zahnfleischs führen, der sogenannten Schwangerschaftsgingivitis. Hier hilft vor allem gute Pflege mit einer weichen Bürste, Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten.

Mythos: Wer feste schrubbt, putzt richtig

Power-Schrubber sollten lieber einen Gang runterschalten beim Zähneputzen, denn dieser Mythos ist falsch. Wer seine Zähne und sein Zahnfleisch täglich mit harten Borsten bearbeitet, riskiert bleibende Schäden. Das harte Schrubben ist aber nicht nur schlecht für das Zahnfleisch, sondern kann im schlimmsten Fall auch den Zahnschmelz beschädigen. Die Folge sind freiliegende und schmerzempfindliche Zahnhälse. Deswegen die Zähne lieber mit weichen Borsten und der richtigen Putztechnik reinigen.

Mythos: Milchzähne müssen nicht gepflegt werden

Fällt der Zahn aus, hat sich der Karies erledigt. Das wäre eine einfache Rechnung, wenn sie denn stimmen würde. Die Pflege von Milchzähnen sollte aber unter keinen Umständen vernachlässigt werden, weil sie nur wenige Jahre halten müssen. Im Gegenteil: Ist ein Milchzahn erst einmal von Karies befallen, können sich die Kariesbakterien vermehren und sogar die später durchbrechenden bleibenden Zähne angreifen. Deswegen sollten die Milchzähne ab dem Durchbruch der ersten Zähne mindestens einmal täglich mit einer weichen, angefeuchteten Bürste geputzt werden.

Wichtig: Der frühzeitige Verlust eines Milchzahnes durch Erkrankung sollte vermieden werden – die ersten Zähne sind Platzhalter für die Bleibenden!

Mythos: Zahnfleischbluten ist nicht so schlimm

Mischt sich häufiger Blut mit der Zahnpasta, kann das ein wichtiger Warnhinweis sein. Möglicherweise ist das Zahnfleisch entzündet. Nimmt man diese Symptome nicht ernst, kann sich aus einer Entzündung des Zahnfleischs eine Entzündung des Zahnhalteapparats entwickeln. Daher sollte man bei häufiger auftretendem Zahnfleischbluten unbedingt zum Zahnarzt gehen.

Wenn Sie von einem ähnlichen Mythos gehört haben und sich nicht sicher sind, was Sie darüber denken sollen, dann sprechen Sie uns in der Praxis an. Wir informieren Sie gerne über sämtliche Themen der Zahn- und Mundgesundheit.

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